05.09.2019

Pressemitteilung "nuEndo"

Keine Angst vor der Magenspiegelung – Ziel des dieses Jahr gestarteten KMU-innovativ Forschungsprojekts „nuEndo"

Tübingen, 03.09.2019, 15.00, Ovesco Endoscopy, Friedrich-Miescher-Str. 9, 72076 Tübingen


Im Rahmen des Verbundprojektes „nuEndo" arbeitet die SENSODRIVE GmbH mit Partnern aus Industrie, Forschung und Klinik an einer neuartigen Methode für die diagnostische Magenspiegelung.
Diese Initiative erhält substanzielle Förderung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Verschiedene Symptome machen eine Magenspiegelung notwendig, hierzu zählen z.B. Schmerzen im oberen Bauchraum, Schluckstörungen, chronischer Husten, Erbrechen oder Gewichtsverlust.
Die Magenspiegelung mit einem flexiblen Endoskop ist ein weltweit alltägliches Verfahren für die Diagnose von Erkrankungen des oberen Verdauungstrakts.
Doch oft ist die Hemmschwelle der Betroffenen hoch und die notwendige Untersuchung wird auf die lange Bank geschoben.

Im Tübingen startete dazu das nuEndo-Projekt, ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördertes KMU-innovativ Projekt, mit einem ersten Treffen der Projektpartner.
Mit der SENSODRIVE GmbH (Weßling) und dem Fraunhofer Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration (IZM, Berlin), hat sich die Ovesco Endoscopy AG, Tübingen, zwei hoch innovative Partner ins Boot geholt um gemeinsam dieses komplexe Forschungsthema zu bearbeiten.
Das Projekt ist mit knapp EUR 1.7 Mio. durch das BMBF gefördert und läuft bis ins Jahr 2022.

Das nuEndo-Projekt soll die diagnostische Magenspiegelung mit flexiblen Endoskopen durch ein vollkommen kabelloses Verfahren ersetzen.
Im Rahmen des Projekts soll ein System für die diagnostische Magenspiegelung entwickelt werden, welches aus einer schluckbaren Endoskop-Kapsel und einem externen magnetischen Führungssystem besteht.
Der Anwender wird mithilfe des Videos von der Endoskop-Kapsel und einer sensorgestützten Magnetführung den Patienten schnell und effektiv untersuchen können.

Prof. Dr. Jörg Albert, Chefarzt am Robert-Bosch-Krankenhaus in Stuttgart und assoziierter klinischer Partner des nuEndo-Projektes, erläutert:
„Durch dieses nichtinvasive und schmerzfreie Verfahren wird eine diagnostische Magenspiegelung schon bei geringerem Leidensdruck für Patienten akzeptabel, da diese nur eine kleine Kapsel schlucken müssen und dann entspannt an der Untersuchung teilnehmen können.
Somit bietet das nuEndo-System die Möglichkeit, viele Erkrankungen früher als bisher zu erkennen, Beschwerden effektiv zu behandeln und den Therapieverlauf besser zu überwachen."

Das geplante nuEndo-System ist kompakt und mobil ausgelegt, es benötigt keine spezielle Infrastruktur, was das Verfahren auch für kleinere Praxen zugänglich macht.
Das inhärent sichere Verfahren kann auch durch nicht-ärztliches medizinisches Personal durchgeführt werden, eine Sedierung des Patienten entfällt.
Das Gesundheitssystem profitiert von geringeren Anforderungen an medizinisches Fachpersonal, einer Verbreiterung des Anwenderkreises und einer früheren Diagnose und Behandlung von Erkrankungen des oberen Verdauungstrakts.

Die Motivation für das Projekt ist nahe am Anwender und Patient ein innovatives System für die häufig durchgeführte Magenspieglung zu erforschen, um diese an deren Bedürfnisse anzupassen.
Das Konsortium bringt alles mit, was für dieses Projekt notwendig ist.

Das Fraunhofer IZM erforscht, entwickelt und qualifiziert Methoden und Technologien der Aufbau- und Verbindungstechnik von mikroelektronischen und mikrosystemtechnischen Bauteilen/Systemen.
Die SENSODRIVE GmbH ist eine Ausgründung aus dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt, welche sich zum Ziel gesetzt hat, die Technologien des DLR Leichtbauroboters in Form von Produkten und Dienstleistungen zu vermarkten.
Die Ovesco Endoscopy AG ist ein Medizintechnikunternehmen, welches von einer Gruppe aus Wissenschaftlern und Medizinern gegründet wurde.
Das Unternehmen ist in der flexiblen Endoskopie und der endoluminalen Chirurgie tätig und entwickelt, produziert und vertreibt innovative Produkte für die Erkennung und Behandlung von gastrointestinalen Erkrankungen, die wesentliche Vorteile für Patienten und Anwender bringen.

Die Partnerschaft mit Prof. Dr. Jörg Albert sichert dem Konsortium umfangreiche klinische Expertise für eine anwendungsorientierte Entwicklung im Rahmen des nuEndo-Projektes.

Verbundkoordinator des Projektes ist Dr. Sebastian Schostek, verantwortlich für Forschung und Entwicklung bei der Ovesco Endoscopy AG.

 

 

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